Von Holz-Beton zu TES: Hybridbau 2.0
Holz-Beton-Verbund war gestern. Holz-Beton-Verbund war gestern. Mit dem Timber Earth Slab (TES) zeigen die Professur für Digitale Fabrikation, der Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, der Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen sowie der Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren, in welche Richtung sich der Hybridbau entwickeln kann.
Das Forschungsprojekt steht für ein neu gedachtes Deckensystem, das die Tragfähigkeit von Holz mit den bauphysikalischen Vorteilen von Lehm kombiniert – ressourcenschonend, recyclingfähig und konsequent nachhaltig. Dabei ist klar: TES ist kein fertiges Produkt, sondern ein wichtiger Entwicklungsschritt.
Nach rund zwei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit hat die TUM gemeinsam mit weiteren Forschungspartnern den 1:1-Demonstrator realisiert. Wir von müllerblaustein HolzBauWerke waren als industrieller Partner eingebunden und haben unsere langjährige Holzbau- und Tragwerksplanungsexpertise aktiv eingebracht. Denn der enge Austausch zwischen Forschung und Praxis ist entscheidend, um innovative Konzepte greifbar und realisierbar zu machen – genau hier zeigt sich, wie Forschung und Industrie gemeinsam die Zukunft des Hybridbaus gestalten können.
Das Prinzip hinter TES ist einfach und gleichzeitig visionär: Eine tragende Holzkonstruktion wird mit einem selbsttragenden Erdinfill kombiniert, das sich formschlüssig mit dem Holz verzahnt. Anstelle eines klassischen CLT-Aufbaus kommt eine strukturoptimierte Holzraster-Geometrie zum Einsatz, die gezielt auf das Zusammenspiel mit Lehm ausgelegt ist. So entsteht ein leichtes, hochfunktionales Hybridbauteil, das insbesondere für den Einsatz als Deckenelement im mehrgeschossigen Holzbau enormes Potenzial bietet.
Der robotisch gefertigte Prototyp aus drei TES-Elementen zeigt, welches Potenzial moderne Fertigung und digitale Planung im Zusammenspiel mit traditioneller Holzbaukompetenz entfalten können. TES macht deutlich, wohin sich Hybridbauteile in Zukunft entwickeln könnten.
TES ist Teil der TUM.wood-Gruppe, einer der führenden Institutionen für nachhaltige Holzbau-Forschung. Schon 2021 wurde das Projekt mit dem Hochschulpreis Holzbau ausgezeichnet: Von 63 eingereichten Arbeiten aus 39 Lehrstühlen erhielt TES den 1. Preis – ein klarer Beleg dafür, dass das Projekt sowohl in der Forschung als auch in der Praxis Maßstäbe setzt.
Die ersten 1:1-Prototypen zeigen, dass TES Biegebeanspruchung und Schwingung gut bewältigt, traditionelle Holzbaukompetenz mit moderner Fertigung verbindet und neue Spielräume für kreative Architektur eröffnet. Viele weitere Aspekte – etwa Schall- und Brandschutz oder industrielle Fertigung – müssen jedoch noch weiter untersucht werden, doch der Prototyp macht das Potenzial des Systems sichtbar.
Für uns steht fest: Zukunft bauen heißt, Entwicklungen aktiv mitzugestalten. TES ist ein starkes Signal dafür, was möglich wird, wenn Forschung, Industrie und Holzbauleidenschaft zusammenkommen. Gemeinsam packen wir an – so geht Holzbau.
Wir wünschen der TUM.wood-Gruppe viel Erfolg bei den weiteren Schritten dieses innovativen Projekts.
Weitere Informationen gibt es hier.
©Professur für Digitale Fabrikation
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Yvonne Schlosser
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